Der Ort Königswartha entstand vermutlich zwischen 1200 und 1300 mit einem großen Marktplatz und wurde 1350 erstmals urkundlich erwähnt und als „Städtlein“ bezeichnet. Trotz der Ausstattung mit Marktrechten und einer verhältnismäßig günstigen Lage zwischen den Städten der Lausitz verhinderten die allgemeine Entwicklung des Ortes sowie Brände und Kriegswirkungen eine Herausbildung zur Stadt. Demzufolge blieb auch außer dem Marktplatz keine eindeutige Siedlungsform erhalten.
Der Name Königswartha (1350: Conigswarte) wird auf eine in der ersten Hälfte des
13. Jahrhunderts bestehende königliche Domäne zurückgeführt. Diesen Charakter verlor es im gleichen Jahrhundert. Die sorbische Bezeichnung Rakecy, von Krebs abgeleitet als Personennamen, ist vermutlich älter.
Von historischer Bedeutung ist das Königswarthaer Schloss, welches gegen Ende des 18. Jh. im klassizistischen Stil erbaut wurde und dazu wurde der Park mit einem Teich im englischen Stil angelegt. Ende der siebziger Jahre wurde im Park ein Gebäude zur Erweiterung der im Schloss befindlichen Fischereischule errichtet. Die Fischereischule in ihrer alten Form gibt es eigentlich gar nicht mehr. Für die Ausbildung sind heute zwei Einrichtungen mit unterschiedlichen Trägern zuständig.
Die Gesamteinrichtung fungiert heute als Fischereibehörde für den Freistaat Sachsen. Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) ist Fischereibehörde für den gesamten Freistaat Sachsen.
Das Gerichtsgebäude entstand 1857 östlich der Fernverkehrsstraße und dient seit 1946 als Feierabend- und Pflegeheim. Nach Aufhebung des Amtsgerichtes im Jahre 1875 nahmen die Bauten eine Anstalt für Epileptiker, später für Blinde auf. Während des zweiten Weltkrieges wurde ein Lazarett für Gefangene eingerichtet und nach 1945 wurden die Gebäude als Quarantänelager genutzt.
Die evangelisch-lutherische Kirche zu Königswartha, deren Gründung um 1200 erfolgte, erhielt ihre endgültige bauliche Fassung nach mehreren Bränden in den Jahren 1682 bis 1690.
Eine Besonderheit der Kirche stellt der Kanzelaltar dar.
Zum Ort Königswartha, gelegen an der B96 zwischen Bautzen und Hoyerswerda, gehören die 10 Ortsteile Caminau, Commerau, Entenschenke, Eutrich, Johnsdorf , Neudorf, Niesendorf, Oppitz, Truppen und Wartha. Durch die Lage inmitten der „Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft“ stellt Königswartha mit seiner Umgebung ein Kleinod für Naturliebhaber dar. Über 80 Teiche mit einer Wasserfläche von ca. 500 ha umgeben den Ort und sind Heimstätte seltener Pflanzen- und Tierarten. Mehrere Berufsfischer beschäftigen sich mit der Aufzucht von verschiedenen Speisefischen, wobei der Spiegelkarpfen den Hauptwirtschaftsfisch darstellt. Durch die Fischereischule und eine teichwirtschaftliche Forschungseinrichtung ist Königswartha in Deutschland und im Ausland gut bekannt.
In Königswartha und seinen Ortsteilen leben heute ca. 3790 Einwohner. |